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und
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Prostata-Karzinom

Die Rolle des PSA

PSA ist lediglich ein Laborwert. Er wird ergänzt durch die Bestimmung des freien PSA’s. Der Normbereich steigt mit zunehmendem Alter. Besonders interessant ist die Veränderung des PSA-Wertes über die Zeit (Kinetik). Eine Zunahme pro Jahr von unter 0,75 µg/ml ist normal. Der Anstieg bei einem 45-jährigen Mann von 2 auf 2,75 µg/ml/Jahr sollte z.B. unbedingt Anlass für weiterführende Untersuchungen geben. Störfaktoren wie Prostataentzündungen, harter Stuhlgang, Radfahren, Sex, transrektale Prostatauntersuchung beeinflussen den PSA-Wert. PSA ist keine Diagnose, sondern nur ein Hinweis.

Weiterführende Diagnostik bei auffälligem PSA-Wert:

Mehrfache PSA-Kontrolle, evtl. nach Vorbehandlung mit einem Antibiotikum.
Bildgebung

Transrektaler Ultraschall, MRT.

Das MRT der Prostata mit Klassifizierung verdächtiger Areale nach dem PI-RADS-Score erlaubt Bereiche festzulegen, aus denen bioptisch Gewebe für die histopathologische Diagnostik gewonnen werden sollte. Im Umkehrschluss werden auch Prostaten identifiziert, die nicht biopsiert werden müssen, da unverdächtig.
Fusionsbiopsie

Der Biopsievorgang erfolgt gesteuert durch den transrektalen Ultraschall. Mittels eines Punktionsrasters wird die Prostata fixiert und kartografiert, wobei das Ultraschallbild mit dem MRT-Bild elektronisch verschmolzen wird (D. Schilling et al).
Diagnose

Die Diagnose Prostatakarzinom kann alleine nur über die histopathologische Untersuchung erfolgen. Mit dem vom Pathologen festgelegten Gleason-Score (2-10) lassen sich Risikogruppen abschätzen. Es wird zwischen Karzinomen niedrigen, mittleren und hohen Risikos unterschieden (Hochrisiko-Karzinom Gleason 7b-10).

Weiterführende Diagnostik:

In Abhängigkeit vom PSA-Wert (> 15 µg/ml) und geschätztem Tumorvolumen muss eine Knochenszintigraphie durchgeführt werden.

Endgültige diagnostische Festlegung

Es wird unterschieden zwischen lokalisiertem, lokal fortgeschrittenem und metastasiertem Prostata-Karzinom.
Therapie

Bei einem Prostata-Karzinom mit niedrigem Risiko reicht eine abwartende Beobachtung („wait and see“). Abwartende Beobachtung bedeutet allerding eine regelmäßige Kontrolle incl. Re-Biopsie.

Beim Karzinom mit mittlerem Risiko hängt die Entscheidung zwischen abwartender Beobachtung und aktive Therapie von der PSA-Kinetik und dem Anteil von Gleason Pattern 4 im Tumorgewebe ab.

Außerdem setzt die Entscheidung für eine aktive Therapie eine geschätzte Lebenserwartung von mehr als 8-10 Jahre voraus.
Aktive Therapie-Optionen

  1. Roboterassistierte radikale Entfernung der Prostata mit/ohne Versuch der Erektionserhaltung (Neurolyse) (reine roboterassistierte Therapie)
  2. Strahlentherapie (Sonderform Protonenbestrahlung und Brachytherapie mit Seeds)
  3. In ausgewählten Fällen: Ablation mit hochfokussiertem Ultraschall (HI-FU)

Alle Behandlungsmethoden haben ein erhebliches Nebenwirkungs- und Komplikationspotential, das eingehend mit dem Patienten besprochen werden muss. Eine Faustregel ist zu beachten: Je höher der Gleason-Score, um so strahlenresistenter ist das Karzinomgewebe.
Aufgrund der aktuell drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen sind Besuche von Patienten ab dem 20. Oktober 2020 leider vorerst nicht mehr möglich.