Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Filter by Categories
Uncategorized
bestmögliche
diagnose

und
behandlung

Blasenkarzinom

Am häufigsten tritt das urotheliale Blasen-Karzinom auf (96%). Das Plattenepithel- oder Adeno-Karzinom sind seltene Blasentumore.
Das urotheliale Blasen-Karzinom

Es wird zwischen nicht muskelinvasivem (oberflächlichem) und muskelinvasivem Blasen-Karzinom unterschieden.

Das nicht muskelinvasive Blasen-Karzinom hat eine hohe Rezidiv-Rate und ein deutliches Risiko der Tumor-Progression. Diese Patienten müssen sich deshalb einer engen und langfristigen Überwachung unterziehen.

Die organerhaltene Therapie beruht auf zwei Säulen:

  1. Die komplette transurethrale Resektion des Blasentumors
  2. Eine „topische“ medikamentöse Rezidivprophylaxe
Zu 1.: Die komplette transurethrale Resektion des Blasentumors

Fotodynamischer Tumornachweis (PDD bzw. Blue Light-Zystoskopie) und Tumor-Resektion.

Die komplette Resektion wird unter Beleuchtung mit Weißlicht vorgenommen. Unter Anderem wurde von Hofstetter und Mitarbeiter hier in München die fotodynamische Diagnostik zum Nachweis von Tumorarealen, die im Weißlicht nicht oder schwer gesehen werden können, entwickelt. Hierzu wird der Fotosensibilisator Hexaminolaevulinsäure (Handelsname HEXVIX) in die Blase instilliert. Nach einstündiger Exposition leuchten Tumorareale im monochromen Blaulicht (360-450 nm) rosa auf. Die komplette Tumorresektion kann damit gezielt erfolgen. Die Detektionsrate beim hoch gefährlichen Carcinoma in situ kann um 40% gesteigert werden.
Zu 2.:  Die „topische“ medikamentöse Rezidivprophylaxe

Die topische Rezidivprophylaxe bedeutet, dass das Medikament nicht systemisch (intravenös oder oral), sondern lokal durch Instillation mittels Katheter durch die Harnröhre direkt in die Blase verabreicht wird.

Wir verfolgen folgende Strategie: Unmittelbar in den ersten 24 Stunden nach der transurethralen Tumorresektion wird das ZYTOSTATIKUM Mitomycin in die Blase instilliert.

Etwa 14 Tage nach der Resektion wird mit der BCG-Immunrezidiv-Prophylaxe begonnen, nach einem speziellen Protokoll, das über insgesamt zwei Jahre läuft. Wir haben mit diesem Schema seit 1984 Erfahrung gesammelt (SCHILLING et al 1990).

Tritt trotz der Rezidiv-Prophylaxe ein Tumor-Rezidiv auf, stellt dies die Indikation zur Blasenentfernung (Zystektomie) dar.
Identifikation von Patienten mit Hochrisiko-Tumor

Entscheidend für das Überleben der Blasen-Karzinom-Patienten ist die Identifikation von Patienten mit einem Hochrisiko-Tumor. Diese sollten, obwohl sie noch nicht muskelinvasiv wachsen, einer sofortigen Zystektomie zugeführt werden. Die uropathologische Feinbetrachtung der sog. Invasionsfront stellt hierbei ein wichtiges Kriterium dar. Deshalb ist die Zusammenarbeit und Kommunikation mit uropathologischen Experten (PD Dr. Gaumann und Mitarbeiter) von höchster Bedeutung. Multilokales Wachstum, Flächenabschätzung, Rezidiv unter BCG-Immuntherapie sind weitere Kriterien, die die sofortige Zystektomie nach sich ziehen sollten.

Hochrisiko- und muskelinvasive Tumore stellen die Indikation zur radikalen Zystektomie (in seltenen Fällen nur zur Blasen-Teilresektion) dar. Es erfolgt die Anlage einer Ersatzblase oder Harnableitung (siehe dort). Bei Lymphknoten- oder Fernmetastasen muss zusätzlich eine Chemotherapie erfolgen.
Aufgrund der aktuell drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen sind Besuche von Patienten ab dem 20. Oktober 2020 leider vorerst nicht mehr möglich.