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BESTMÖGLICHE
DIAGNOSE

UND
BEHANDLUNG

Information für Patienten und Angehörige

Allgemeines

Die Abteilung für Anästhesiologie im ISAR Klinikum  betreibt eine Intensivstation mit 10 Betten. Eine Intensivstation ist eine mit speziellem Fachpersonal  besetzte und mit hochmodernen Therapie- und Überwachungsmöglichkeiten ausgestattete Station. Wenn ein Patient auf der Intensivstation behandelt oder überwacht werden muss, dann dient dies z.B. nach großen oder schwierigen Operationen der Sicherstellung der regelrechten Organfunktionen im postoperativen Verlauf oder sie dient der besonders sorgfältigen, verlängerten Überwachung bei schweren Vorerkrankungen. Weitere therapeutische Ziele sind die Unterstützung und Wiederherstellung lebensbedrohlich erkrankter Organsysteme. Bei der postoperativen Intensivüberwachung ist dabei meistens nur ein kurzer Aufenthalt in den ersten kritischen 24h nach der Operation notwendig, bis der Patient wieder auf Allgemeinstation verlegt werden kann. Ist eine Intensivtherapie, also eine Unterstützung und Wiederherstellung von Organsystemen notwendig, kann der Aufenthalt sich deutlich verlängern. Ziel ist es dabei, sämtliche Organfunktionen nach Möglichkeit soweit wiederherzustellen, dass eine gefahrlose Verlegung auf die Allgemeinstation und die anschließende Anschlussheilbehandlung möglich ist. Bei besonders schwerwiegendem und langem intensivmedizinischen Verlauf ist ggf. eine Verlegung in eine frührehabilitative Einrichtung notwendig.

Was bedeutet Intensivmedizin?

Zunächst wollen wir Ihnen die Furcht vor der sogenannten „Gerätemedizin“ nehmen. Wir verstehen, dass die apparative Ausstattung einer Intensivstation  Ängste schürt, die Sie so vielleicht nicht erwartet haben. Versuchen Sie also, die Umgebung der Intensivstation inkl. des hochqualifizierten Teams, das dort arbeitet, eher als eine Einrichtung zu sehen, in der Sie so sicher aufgehoben sind wie nirgendwo sonst in einem Krankenhaus. Auf der Intensivstation ist rund um die Uhr ein hochqualifiziertes ärztliches und pflegerisches Team ausschließlich für Sie da. Sämtliche lebenswichtigen Organe werden kontinuierlich überwacht, ein Frühwarnsystem also, welches uns rechtzeitig erkennen und vor allem handeln lässt. Manche Maßnahmen der Intensivstation mögen Ihnen unerklärlich oder nicht im Zusammenhang mit Ihrem Eingriff stehen. Intensivmedizin bedeutet aber, die Komplexität des menschlichen Körpers und seiner Erkrankung im gesamten Kontext zu sehen. Der Intensivmediziner beschäftigt sich nicht nur mit einem einzelnen Organ, sondern insbesondere mit dem komplexen Zusammenspiel lebensgefährlich erkrankter Organsysteme. Oftmals stellt er das Bindeglied zwischen den verschieden operativen und konservativen Fachrichtungen dar. Dabei verfolgt er einen interdisziplinären Ansatz, den schwer erkrankten Patienten in seiner Gesamtheit wieder außer Lebensgefahr zu bekommen, um ihn dem endgültigen Heilungsziel näher zu bringen.

Was bedeutet Intensivtherapie?

Hierunter werden Maßnahmen an Organsystemen zusammengefasst, die über die kontinuierliche Überwachung von Organfunktionen hinausgehen. Bei solchen Patienten liegen meist schwerwiegende Störungen einzelner Organe vor, die eine spezielle organerhaltende bzw. -unterstützende Therapie benötigen.

So kann es z.B. notwendig sein, Ihren Kreislauf mit speziellen Medikamenten aufrecht zu erhalten, die einer feinen Abstimmung auf die jeweilige zugrundeliegende Störung und einer  genauen Dosierung bedürfen. Diese müssen herznah über spezielle Katheter, die sich in der Halsvene befinden, verabreicht werden. Ersichtlich wird dies u.a. an den vielen dünnen Schläuchen, die von Spritzenpumpen neben dem Patient in den Venenkatheter münden.

Nach Operationen oder bei schweren Erkrankungen kann es notwendig sein, Patienten mit Hilfe von Beatmungsmaschinen über einen längeren Zeitraum bei ihrer Atmung zu unterstützen. Die Gründe können viele Ursachen haben. Am häufigsten besteht eine vorerkrankte Lunge, die nach der Operation eine längere Erholungsphase benötigt, als dies bei einer gesunden Lunge der Fall wäre. Durch die künstliche Beatmung wird sichergestellt, dass der Organismus ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, solange die eigene Lunge dazu nicht ausreichend in der Lage ist. Die speziell dafür konstruierten Beatmungsmaschinen auf der Intensivstation sind hochmoderne Geräte, die ein geschultes Team aus Ärzten und Pflegekräften einsetzt und mit deren Hilfe versucht wird, die Lunge des Patienten zu unterstützen. Gleichermaßen wird versucht, die Lunge von der Maschine zu entwöhnen, damit der Patient am Ende wieder in der Lage ist, selbständig zu atmen.

Ein weiteres bekanntes Verfahren, das umgangssprachlich zur sog. „Blutwäsche“ eingesetzt wird, wird oft mit dem Begriff der „Dialyse“ bezeichnet. In der Intensivmedizin wird  von der Hämodiafiltration gesprochen. Im Gegensatz zur klassischen Dialyse sind diese Geräte in der Lage, kontinuierlich über 24h die Funktion der Niere zu unterstützen bzw., wenn nötig, auch ganz zu übernehmen - z. B.,  wenn die Entgiftungs- und Ausscheidungsfunktion der Niere eingeschränkt oder gänzlich ausgefallen ist. Da viel Blut durch die Maschine geleitet werden muss, sind auch dafür spezielle Venenkatheter notwendig.

Sind mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen und benötigen Unterstützung und Therapie, so kann dies für den Patienten auch belastend, unangenehm oder gar schmerzhaft sein. Spätestens dann wird es notwendig sein, den Patienten in einen schlafähnlichen Zustand zu versetzten. Wir distanzieren uns dabei bewusst von dem häufig benutzten Begriff des „künstlichen Komas,“ da er irreführend ist und mit dem Begriff „Koma“ auch in keiner Weise die vorliegende Situation korrekt beschreibt. Auch befindet sich der Patient nicht in Narkose, so wie das für eine Operation notwendig ist. In der Intensivmedizin benutzt man den Begriff der „Analgosedierung“, eine lateinisch-altgriechische Wortkombination, die nichts anderes bedeutet, als ein Dämmerschlaf ohne Schmerzen, dessen Tiefe gesteuert werden kann und aus dem der Patient jederzeit erweckbar sein sollte.

Nicht zuletzt liegt ein wesentlicher intensivmedizinischer Schwerpunkt in den physikalisch-pflegerischen Maßnahmen am Patienten. Erfolgreiche Intensivmedizin lässt sich bei aller hochmodernen Technologie und medizinischem Wissen nur dann erreichen, wenn die Patienten intensiv durch pflegerische und krankengymnastische Maßnahmen versorgt werden. Der allgemeinen Auffassung, der Patient brauche in so einer Situation Ruhe, kann von intensivmedizinischer Seite nur bedingt zugestimmt werden. Mittlerweile ist durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt, dass fachlich kompetente und intensive Pflege sowie Physiotherapie einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Genesung auf der Intensivstation darstellen. Ein auf Sie individuelle abgestimmtes Programm aus Physiotherapie und Mobilisierung ist hierbei wesentlich. Als Beispiel sei ein gebrochenes Bein genannt, das sechs Wochen eingegipst ist. Die erfolgte Knochenheilung garantiert noch lange nicht die Funktionstüchtigkeit des Beines, da sich dich die Muskulatur ohne Aktivität rasch zurückbildet und erst wieder mühsam durch Training aufgebaut werden muß. Fordern und Fördern unter strikter Respektierung der Leistungsfähigkeit zum Wohle des Patienten: Das ist unser daher unser Prinzip. Aus all diesen Gründen werden Sie einsehen, dass die Besuchszeiten einer gewissen Limitierung unterliegen, damit diese therapeutischen Maßnahmen umgesetzt werden können. Weitere Informationen finden Sie im nächsten Abschnitt sowie unter "Patienten und Besucher".

Besuchszeiten und Auskünfte

Auf der Intensivstation wird eine sehr aufwendige und zeitintensive Pflege betrieben, die unabdingbar Bestandteil des Genesungserfolges ist. Häufig finden auch diagnostische Maßnahmen oder invasive Untersuchungen statt und nicht zuletzt steht auch die Wahrung der Intimsphäre jedes einzelnen Patienten im Vordergrund.

Wir verstehen, dass Sie das Bedürfnis haben, intensiven und häufigen Kontakt mit Ihren Angehörigen zu haben. Wenn ein Mensch schwer krank auf der Intensivstation liegt, gibt es neben der rein menschlichen Perspektive auch weitere unverzichtbare Gründe, warum Angehörige im Genesungsprozess eine wichtige Rolle spielen. Sie repräsentieren für den Patienten das Normale, das Bekannte und das Menschliche und wirken so wie eine Art Rettungsleine in die Realität. Dies lässt sich nicht nur subjektiv beobachten. Auch wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Anwesenheit von Angehörigen einen positiven Einfluss auf die Genesung des Patienten hat.

Daher haben wir definierte Besuchszeiten eingerichtet, um einerseits die therapeutisch-diagnostischen Maßnahmen durchführen und planen zu können und um andererseits Ihnen einen ungestörten Besuch ihrer Angehörigen zu ermöglichen.

Unsere regulären Besuchszeiten sind von 14 bis 17 Uhr.

Selbstverständlich können Sie in Absprache mit der zuständigen Pflegekraft auch zu anderen Zeiten auf die Station kommen, wenn es Ihnen in diesem Zeitraum aus persönlichen Gründen nicht möglich ist oder die Situation für Sie oder den Patienten besonders kritisch oder belastend ist. Wir bitten Sie aber, gerade bei Besuchen außerhalb der Besuchszeiten Verständnis dafür zu haben, wenn wir Sie zeitweise aus dem Zimmer hinaus bitten müssen.

Als Angehöriger haben Sie das Bedürfnis, regelmäßige und genaue Informationen über den Zustand und Krankheitsverlauf ihres Familienmitgliedes zu bekommen. Dem kommen wir selbstverständlich gerne nach, können diese Gespräche aber nur mit direkten Angehörigen in persönlichen Gesprächen führen. Wir empfehlen dazu, ein Familienmitglied als Ansprechpartner zu benennen, welches mit uns den Kontakt hält. Für ausführliche Gespräche sollten Sie einen Termin mit dem verantwortlichen Oberarzt vereinbaren. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund der Schweigepflicht am Telefon keine Auskünfte erteilen, solange Sie uns nicht persönlich bekannt sind und dass eine Auskunft nicht immer sofort und zu jedem Zeitpunkt erfolgen kann. Die günstigste Zeit für telefonische Gespräche ist zwischen 10:00 und 12:00 Uhr und am Abend zwischen 18:00 und 20:00 Uhr.